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19.06.2018

Ergebnisse der Sonderumfrage Smart Living im Wohngebäude

Elektrohandwerkliche Unternehmer über Chancen und Herausforderungen

Bild: ArGe Medien im ZVEH

Das Geschäftsfeld „Smart Living“ wird immer interessanter. Grund genug für den ZVEH die aktuelle Marktsituation für intelligente Gebäudetechnik im Rahmen einer Sonderumfrage näher zu untersuchen. Die Umfrage, die im März und April bundesweit durchgeführt wurde, hatte zum Ziel, die eingesetzten Technologien zu identifizieren, die Marktentwicklung zu skizzieren und den Ausbildungsbedarf zu analysieren. Insgesamt nahmen 104 elektrohandwerkliche Unternehmen an der qualitativen Umfrage teil. Unterstützt wurde sie von KNX Deutschland.

Die Fragen und dazugehörigen Ergebnisse im Detail:

„Wieviele Smart-Home-Projekte realisieren Sie pro Jahr?“
Die Mehrzahl der Teilnehmer (85 Prozent) installiert bis zu zehn Projekte im Jahr. Rund 15 Prozent der Betriebe vermarkteten mehr.

„Welches Smart-Home-System installieren Sie überwiegend?“
Gut zwei Drittel der Befragten gaben an, KNX bevorzugt zu installieren. Die weiteren Antworten entfielen in absteigender Reihenfolge auf free@home, Loxone, digitalstrom, eQ-3, EnOcean und Coviva.

„Welche Vorteile sehen Sie bei diesem System?“
Die Antworten beziehen sich nicht ausschließlich auf das in der vorhergehenden Frage meistgenannte KNX. Jeder Teilnehmer konnte die Vorteile seines bevorzugten Systems nennen. Hieraus ergab sich jedoch ein Bild, welche Anforderungen die E-Handwerke an ein Smart-Home-System stellen. Diese sind in absteigender Reihenfolge: Interoperabilität (auch gewerkeübergreifend) sowie Vielseitigkeit der realisierbaren Lösungen, Produktreife, Zuverlässigkeit, sicherer Datentransfer, einfache Nachrüstung im Bestand, einfache Programmierung und der Kostenfaktor für Kunden.

„Welchen Herausforderungen standen Sie in Ihren letzten Smart-Home-Projekten gegenüber?“
Mit dieser Frage sollte analysiert werden, auf welche Unwägbarkeiten elektrohandwerkliche Betriebe in der Praxis stoßen. Diese Erkenntnisse helfen insbesondere bei der Produktentwicklung der Hersteller. Die meistgenannten Antworten lauteten: Schnittstellen-Probleme zwischen Systemen und Produkten (auch gewerkeübergreifend), Programmierung zu komplex und zeitaufwändig, Integration von Sprachsteuerung, Steuerung für Kunden zu komplex und Preis für Kunden zu hoch.

„Was wäre aus Ihrer Sicht notwendig, um mehr Smart-Home-Anwendungen realisieren zu können?“
Die vorgegebenen Antwortkategorien sollten nach „trifft voll zu“ bis „trifft nicht zu“ ähnlich einem Schulnotensystem bewertet werden. In der Tabelle werden die häufigsten gewählten Antwortkategorien grün dargestellt. Darüber hinaus nennenswerte Antwortzahlen werden gelb gefärbt. Kategorien mit geringen Antworten sind rot.

„Welches Smart-Home-System wird zukünftig überwiegend installiert werden?“
Die Frage zielte darauf ab, einen Ausblick auf den zukünftigen Markt zu erhalten. Nach wie vor sieht die Mehrheit der befragten Unternehmer KNX vorne; allerdings sind dies nur noch rund 40 Prozent. Die zweithäufigste Antwort entfällt mit immerhin gut 14 Prozent auf sogenannte „Amazon-Lösungen“. Danach folgt free@home mit 11 Prozent.

„Werden Sie oder Ihre Mitarbeiter sich in den nächsten drei Jahren im Bereich Smart Home weiterbilden?“
Die überwiegende Mehrheit (81 Prozent) bejaht diese Frage. Nur sieben Prozent ist sich sicher, keine Weiterbildungsmaßnahmen wahrzunehmen. Zwölf Prozent sind noch unentschlossen.

„Was denken Sie, wie sich Ihr Smart-Home-Umsatz im Wohnbau in den nächsten fünf Jahren entwickelt?“
Drei von vier Betrieben (75 Prozent) ist davon überzeugt, dass der Umsatz steigen wird. Nur drei Prozent der Unternehmer glaubt, dass dies nicht der Zukunftsmarkt für den Betrieb ist.

Fazit
KNX ist nach wie vor das dominierende System. Doch die Studie hat auch gezeigt, dass der Markt offenbar schon mit Mitbewerbern wie Amazon, Google und Co. rechnet. Schon heute fragen Endkunden nach der Sprachsteuerungen Alexa.

Die Anforderungen, die die Betriebe in der täglichen Praxis erleben, sind zwar vielzählig, lassen sich jedoch auf übergeordnete Kategorien reduzieren. So wurde immer wieder der Wunsch nach verbesserter Interoperabilität zwischen Systemen geäußert. Damit wird ein Problem angesprochen, das mit dem wachsenden Smart-Living-Markt vermutlich eher zunehmen wird. Hier könnten sich Hersteller profilieren.

Eine große Mehrheit aller Unternehmer gab an, dass ein Qualifizierungsbedarf besteht. Dies geht einher mit dem Problem, ausreichend Fachkräfte am Markt zu finden. Nicht zuletzt sehen die Unternehmer aber vor allem eine umsatzstarke Zukunft im Smart-Home-Markt.

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